Die Wechseljahre

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Begriffserklärungen

Prämenopause

im engeren Sinne der Zeitraum zwischen dem 40. Lebensjahr und dem Beginn eines unregelmäßigen Zyklusverhaltens

Perimenopause ( = Klimakterium )

der Zeitraum vom Beginn unregelmäßiger Zyklen bis zum Eintritt der Menopause, also auch die 12 Monate nach der letzten spontanen Menstruation

Klimakterium

der Begriff "Klimakterium" entspricht strenggenommen dem Zeitraum der Perimenopause, wird aber häufig als Überbegriff für den gesamten Zeitraum verwendet, in dem die Funktion des Ovars allmählich erlöscht

dieser Zeitraum liegt zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr

Menopause

mit diesem Begriff bezeichnet man traditionsgemäß die letzte spontane Menstruation
damit ist also die letzte vom Ovar gesteuerte Menstruation gemeint unter Einschluß eines Jahres danach; kann somit erst im Nachhinein erkannt werden

Postmenopause

beginnt 1 Jahr nach der letzten stattgehabten Blutung und erstreckt sich über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren

Climacterium praecox

ein Menopausenalter vor dem 45. Lebensjahr  ( keine einheitliche Definition )

Climacterium tardum

eine spät eingetretene Menopause liegt vor, wenn diese nach dem 54. Lebensjahr eintritt

Chirurgische Menopause

bei Durchführung einer Eierstocksentfernung mit oder ohne Gebärmutterentfernung vor Erreichen der normalen Menopause.

Adrenopause

Eintritt etwa mit 55-60 Jahren

nach dem schon früher erfolgten Erlöschen der Eierstocksfunktion und dem damit verbundenen Ausfall der Eierstockshormone geht mit zunehmendem Alter auch die Produktion der männlichen Hormone (Testosteron, Dihydrotestosteron, Androstendion, Androstendiol und v.a. DHEA und DHEAS ) zurück;

Was sind die „Wechseljahre“ eigentlich ?

Die Wechseljahre stellen eine natürliche Lebensperiode im Leben einer Frau dar und dürfen deshalb nicht einfach zu einer Krankheit erklärt werden.

Bei einer Frau in den Wechseljahren treten charakteristische Umstellungen im Funktionskreis der Eierstöcke dergestalt ein , dass die Eierstöcke mit zunehmendem Alter immer weniger Gelbkörperhormon (Progesteron) und Östrogen – die typischen weiblichen Sexual-Hormone – produzieren.

Beginnen die Wechseljahre ganz plötzlich ?

Die Erschöpfung der Eierstöcke ist ein Vorgang, der sich über viele Jahre hinzieht.
Drei Gruppen ( Gelbkörperhormon, Östrogen und männliches Hormon) von Hormonen werden in den Eierstöcken gebildet und verlieren im Laufe des Älterwerdens ihre Aktivität und dies zu unterschiedlichen Zeiten.

In der ersten Phase – mitunter ab dem 45. Lebensjahr – wird weniger Gelbkörperhormon (Progesteron) gebildet. Dies hat mögliche Folgen wie

  • unregelmässige Zyklen
  • Gewichtsprobleme
  • Wasserstau
  • leicht depressive Verstimmungen  etc.

In der zweiten Phase wird weniger Östrogen gebildet . Dies hat mögliche Folgen wie

  • Hitzewallungen und Schlaflosigkeit
  • Gelenkschmerzen
  • Trockenheitsgefühle (Scheide , Augen )
  • Muskelschmerzen
  • hoher Cholesterinspiegel
  • unruhiges Schlagen des Herzens (sog. Palpitationen )
  • zeitweilig erhöhter Blutdruck

In der dritten (letzten) Phase werden weniger männliche Hormone (Androgene) gebildet. Dies hat mögliche Folgen wie

  • Verschlechterung des Stoffwechsels insgesamt
  • Verschlechterung der Bindegewebsstabilität
  • Abnahme der Libido

Wie macht sich der Beginn der Wechseljahre bemerkbar ?

Durch die Umstellung des Hormonsystems der Frau kommt es zu verschiedenen organische aber auch psychische Veränderungen in individuell sehr unterschiedlichem Ausmaß.

Organische Veränderungen betreffen bevorzugt die Zielorgane der Östrogene, also insbesondere die Gebärmutter, die Scheide, die Schamlippen , die Brustdrüsen und die Harnblase , Haut und Haare.

Bei den psychischen oder vegetativen Veränderungen finden sich anfallsweise Hitzewallungen mit massiven Schweißausbrüchen, Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit, Nervosität, zunehmende Reizbarkeit , Herzrasen, Minderung der Leistungsfähigkeit, Depressionen, Antriebsarmut, zunehmende sexuelle Unlust  etc.

Die oben beschriebenen 3 Phasen der Eierstockserschöpfung sind keineswegs an eine festen zeitlichen Ablauf gebunden, sie können auch ineinander greifen, sodass es unterschiedliche Hauptbeschwerden geben kann, je nachdem, welches Hormon besonders defizitär ist

Wann beginnen die Wechseljahre typischerweise ?

Der Zeitpunkt zu dem die Wechseljahre eintreten ist bei europäischen , asiatischen nord- und lateinamerikanischen Frauen unterschiedlich.  Das durchschnittliche Alter liegt

  • in Europa bei etwas 50 bis 53 Jahren
  • in Nordamerika zwischen 50,4 und 51,4 Jahren
  • In Lateinamerika und Asien hingegen beginnt das Klimakterium bis zu  zehn Jahre früher . In Lateinamerika liegt das durchschnittliche Alter zwischen 44 und 54 Jahren , in Asien sogar bei 42 bis 49,5 Jahren.

Nimmt man in den Wechseljahren zu ?

Bei vielen Frauen kommt es in den Wechseljahren zu einem verstärkten Gewichtsanstieg.

Die hormonellen Veränderungen nach der Menopause führen zu einem beschleunigten Abbau der Muskelmasse sowie zu einer verstärkten Abnahme der körperlichen Aktivität und des Energiebedarfs.

Ohne gleichzeitige Verminderung der Kaloriezufuhr resultiert daraus eine gesteigerte Gewichtszunahme

Macht die Bestimmung des Hormonspiegels Sinn ?

Die Bestimmung von zwei Hormonen reicht schon aus, um feststellen zu können , ob sich eine Frau in den Wechseljahren befindet.

Das wichtigste Hormon ist dabei das FSH , ein in der Hirnanhangsdrüse gebildetes Hormon, das anzeigt ob eine Frau bereits in den Wechseljahren ist oder nicht

Wann sollte man behandeln ?

Wenn durch den Hormonmangel Probleme auftreten, die die Lebensqualität der Frau beeinträchtigen, so sollen die körpereigenen Substanzen des Eierstocks in gleicher Weise Verwendung finden, um diese Probleme zu eliminieren, wie die Hormone anderer Drüsen, zum Beispiel der Schilddrüse, der Nebenniere oder der Bauchspeicheldrüse. Die Hormone des Eierstocks sind körpereigene Produkte.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es ?

Die Behandlung hängt sehr von der Art und Intensität der Beschwerden ab, es gibt nicht die typischen Wechseljahrsbeschwerden, die bei allen Frauen ab einem bestimmten Alter gleich verlaufen. Die Art der Behandlung sollte sich an den Risikofaktoren für Osteoporose und Herz-und Gefässkrankheiten, an Vorerkrankungen und der jeweiligen Einstellung der Frau orientieren.

Fehlen die eben angesprochenen Risikofaktoren, so können vegetative Symptome wie z.B. die Hitzewallungen auch mit sog. Phytohormonen behandelt werden. Das sind in der Natur vorkommende Substanzen wie Cimicifuga , die häufig erfolgreich helfen können.

Ausführlicher wird dieses Thema im Kapitel „Hormonersatztherapie“ besprochen